Storage-Teams tragen die Hauptlast der durch KI getriebenen Preisinflation bei SSDs und Arbeitsspeichern, was die Teams dazu zwingt, Speicherebenen zu konsolidieren und einen kritischen Schwachpunkt anzugehen: Große Teile der Unternehmensdaten unterliegen keiner effektiven internen Governance und Kontrolle mehr.
Ein diese Woche veröffentlichter Omdia-Forschungsbericht im Auftrag von Verge.io legt das volle Ausmaß der Herausforderungen dar, vor denen Speicherexperten stehen. Die Studie bestätigt, dass sich die DRAM-Preise in einem einzigen Quartal nahezu verdoppelt haben, während die SSD-Kosten im selben Zeitraum um über 50 % gestiegen sind.
Nach derzeitigem Marktstand befinden sich alle aktuellen Daten auf Hardware, die zu den erhöhten Preisen des Jahres 2026 beschafft wurde. Nach wie vor klafft eine anhaltende, ungelöste Lücke zwischen der von Unternehmen erworbenen Speicherkapazität und den tatsächlichen Workload-Anforderungen, die sie unterstützen müssen.
Der Bericht hebt auch eine zurückhaltende Haltung auf der Angebotsseite hervor: Hardware-Hersteller entscheiden sich dagegen, die Produktion auszuweiten, um die Marktanspannung zu lindern, und Branchenprognostiker erwarten kurzfristig keine Rückkehr zum Preisniveau von 2025.
Dieser Paradigmenwechsel zwingt IT- und Storage-Führungskräfte dazu, ihre Betriebsstrategien neu auszurichten und softwarezentrierten Lösungen Vorrang vor der zunehmend teuren und knappen Hardware-Infrastruktur einzuräumen.
Untersuchungsdaten zeigen, dass lediglich 2 % der befragten Unternehmen keine Pläne zur Konsolidierung ihrer Speicherinfrastruktur haben oder nicht bereits Konsolidierungsinitiativen umsetzen. Getrieben von der Infrastrukturnachfrage durch Hyperscaler und Entwickler von KI-Modellen, die anhaltende Preiserhöhungen anheizt, verlangsamen fast 75 % der Unternehmen ihre On-Premises-KI-Implementierungen angesichts anhaltender Lieferengpässe und des Kostendrucks.
Das On-Premises-Datenvolumen von Unternehmen wächst branchenweit rasant weiter. Siebenundzwanzig Prozent der Unternehmen verwalten 1 PB bis 10 PB an internen Daten, ein ebenso großer Anteil 11 PB bis 25 PB und 18 % halten 25 PB bis 50 PB vor. Am oberen Ende verwalten 6 % der Unternehmen 100 PB oder mehr an On-Prem-Daten. Darüber hinaus bleibt das Datenwachstum robust: Fast drei Viertel der Befragten berichten von jährlichen Datenmengensteigerungen zwischen 11 % und 50 %.
Angesichts von Kapazitätsengpässen und Kostenspitzen greifen Unternehmen auf Infrastrukturkonsolidierung, softwaredefinierte Architekturen und Cloud-Einführung zurück, um Ressourcenlücken zu schließen. Die Cloud erweist sich als primärer Lösungsansatz: Fast die Hälfte der Unternehmen, die noch keinen Cloud-Speicher nutzen, plant moderate Cloud-Investitionen, während 31 % erhebliche Cloud-Ausgaben anstreben.
Simon Robinson, Chefanalyst bei Omdia, wies auf eine unerwartete Dynamik in der Branche hinter einer Schlüssellösung hin: “Wir waren überrascht, wie viele Unternehmen Software-Defined Storage als praktikable Lösung für die aktuellen Marktherausforderungen evaluieren.”
George Crump, CMO von Verge.io, führte zu diesem Trend weiter aus: “Käufer priorisieren Software-Defined Storage spontan vor anderen Optionen. Unsere Analysen zeigen, dass Unternehmen diesen Ansatz bevorzugen, weil hardwareunabhängige Softwarearchitekturen langfristige Stabilität inmitten anhaltender Volatilität bei Hardware-Lieferketten und Preisen bieten.”
Crump bekräftigte das zentrale Dilemma der Branche: “Jedes Byte der aktuellen Unternehmensdaten befindet sich auf Hardware, die zu den überhöhten Preisen von 2026 gekauft wurde. Für die grundlegende Diskrepanz zwischen gekaufter Kapazität und realen Workload-Anforderungen gibt es nach wie vor keine branchenweite Lösung.”
Vor diesem Hintergrund müssen Unternehmen grundlegende Betriebsabläufe verfeinern, darunter die Zuweisung von Speicher-Arrays, Leistungsoptimierung und die Rationalisierung redundanter Infrastrukturarchitekturen.
Wichtige umsetzbare Optimierungen umfassen die Straffung heterogener Architektur-Stacks, das Tiering von Cold Data auf kostengünstigere Medien und die Beseitigung redundanter Backup-Hardwaresysteme. Dies sind standardmäßige Best Practices, dennoch haben die meisten Unternehmen diese betrieblichen Ineffizienzen nie gemessen oder gebenchmarkt. Der Anreiz ist klar: Die Preise für 30-TB-SSDs liegen nun beim 22,6-Fachen der Kosten für äquivalenten Festplattenspeicher – ein drastischer Anstieg gegenüber dem zuvor beobachteten 4,9-fachen Aufpreis.
Ein wesentliches Hindernis für die Optimierung ist die mangelnde Datentransparenz in Unternehmen. Mehr als ein Drittel der Unternehmen berichtet, dass 50 % bis 75 % ihrer Daten Dark Data und unklassifiziert sind, während weitere 13 % angeben, dass Dark Data 76 % bis 90 % ihres gesamten Speichervolumens ausmacht.
Dieser riesige Pool an unstrukturierten, unregulierten Dark Data schafft ein doppeltes Dilemma: Er könnte als wertvolle Trainingsressource für KI-Projekte im Unternehmen dienen, stellt jedoch gleichzeitig eine kontinuierliche finanzielle Belastung dar, die die ohnehin knappen Speicherbudgets aufzehrt.
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