Micron hat Pläne für ein langfristiges Innovationszentrum im Wert von 10 Milliarden US-Dollar an seinem Hauptsitz in Boise vorgestellt und dafür offizielle Unterstützung sowie öffentlichen Zuspruch von der US-Regierung erhalten.
Die Initiative mit dem Namen Micron Labs wird durch eine über ein Jahrzehnt laufende Investition in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar gestützt. Sie wird Kunden, akademische Institutionen, Regierungsbehörden und das breitere Halbleiter-Ökosystem zusammenbringen, um bahnbrechende Technologien jenseits bestehender Industrie-Roadmaps zu entwickeln und grundlegende technologische Möglichkeiten für kommende Jahrzehnte zu definieren.
Bemerkenswerterweise sind die Forschung an Flash- und herkömmlichen Speichern nicht explizit im Projektumfang enthalten. Der Branchenanalyst TrendFocus wies kürzlich darauf hin, dass führende Flash-Anbieter wie Micron ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung von High-Bandwidth Memory (HBM) verlagern, anstatt die SSD-Produktion auszubauen — selbst angesichts steigender Marktpreise und knapper werdender Komponenten.
Sanjay Mehrotra, Chairman, President und CEO von Micron Technology, erklärte, dass die neue Initiative auf dem kumulierten Engagement des Unternehmens von über 250 Milliarden US-Dollar für die US-Fertigung und F&E-Investitionen aufbaut. Als einziger heimischer Speicherhersteller der USA hat Micron die KI-getriebene technologische Zukunft, die nun Gestalt annimmt, seit langem vorausgesehen.
US-amerikanische Technologieunternehmen einschließlich Micron stehen unter wachsendem Druck der Bundesregierung, die Investitionen in die Fertigung und F&E in Nordamerika auszubauen. Die Politik zielt darauf ab, die lokale Beschäftigung und die Lieferketten zu stabilisieren, Amerikas weltweite technologische Führungsrolle zu sichern und zu verhindern, dass ausländische Wettbewerber Zugriff auf kritische Kerntechnologien erhalten.
Dementsprechend gab US-Handelsminister Howard Lutnick umgehend eine offizielle Erklärung ab, in der er das Projekt von Micron befürwortete und die fortlaufenden Bemühungen der Trump-Administration zur Stärkung der heimischen Halbleiterindustrie hervorhob.
Lutnick fügte hinzu, dass Microns langfristige Investition die technologische Innovation in den USA stärken, Hunderte lokaler Arbeitsplätze schaffen und Engpässe bei der Speicherhardware für künftige technologische Fortschritte beseitigen wird.
Gary Dickerson, President und CEO von Applied Materials, kommentierte den branchenweiten Wandel: Da Speicher- und Rechenarchitekturen immer komplexer werden, sind Durchbrüche bei neuen Materialien, Präzisionsfertigungsanlagen, Prozesstechnologien und dem Chip-Packaging von entscheidender Bedeutung, um innovative Konzepte in die kommerzielle Realität umzusetzen.
Micron ist nicht das einzige Unternehmen, das die Forschung und Entwicklung an Materialien der nächsten Generation vorantreibt, die auf die Entwicklung von KI-Infrastrukturen zugeschnitten sind.
Western Digital (WD) gab kürzlich die Eröffnung eines gemeinsamen Forschungslabors mit der japanischen Tohoku-Universität bekannt.
Das neue Institut mit dem Namen WD × Tohoku University AI Data Infrastructure Lab ist am Research Institute of Electrical Communication der Universität angesiedelt.
Mit dem Schwerpunkt auf Datenspeicherinnovationen der nächsten Generation umfasst das Forschungsspektrum des Labors fortschrittliche Aufzeichnungsmaterialien, Bauelementephysik und Speichersystemtechnik mit dem Ziel, zukunftsorientierte Speichertechnologien zu entwickeln.
Hisashi Takano, Country Officer von WD für Japan, merkte an, dass die Zusammenarbeit die erstklassigen akademischen Forschungsstärken der Tohoku-Universität mit der jahrzehntelangen Expertise von WD im Bereich Speicherinnovationen verbindet. Die Partnerschaft wird die Iteration von Spitzentechnologien beschleunigen und Fachkräfte fördern, um die Zukunft der KI-Infrastruktur zu gestalten.
WD hat bisher nicht auf Anfragen bezüglich seiner zukünftigen Produkt-Roadmap geantwortet, insbesondere darauf, ob die Forschung an neuen Materialien und der Bauelementephysik die traditionelle festplattenbasierte Speicherentwicklung fortführen oder neuen Speicherformaten und -plattformen Vorrang einräumen wird.
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