Die praktische Einführung der CoreWeave- und NetApp-Technologie durch das Aston Martin Aramco F1 Team weicht von den anfänglichen Partnerschaftsankündigungen ab und verdeutlicht die Komplexität moderner Motorsport-Speicher- und Rechenstacks. Neue Details zeigen, dass das Team Eigentümer seiner GPU-Hardware ist, wobei CoreWeave die Hardware verwaltet und KI-Workloads ausführt, während die gesamte Datenverarbeitung derzeit vor Ort bleibt.
Wichtige Sponsoren stellen die technische Infrastruktur für Streckenveranstaltungen und das Silverstone-Hauptquartier des Teams bereit. Aramco ist der Hauptförderer, wobei NetApp und CoreWeave als wichtige Technologiepartner fungieren. Das Sponsoring von NetApp begann im Jahr 2021 und ersetzte Pure Storage (jetzt Everpure), das zuvor im Rahmen eines ServiceNow-Vertrags aus dem Jahr 2020 All-Flash-Speicher bereitstellte. NetApp übernahm den Speicherbetrieb im Jahr 2023 vollständig und schloss im Oktober 2025 eine vollständige Migration von Pure-Arrays zu einer 100 % NetApp-Umgebung ab.
Das Team nutzt ein breites NetApp-Portfolio für streckenseitige und HQ-Systeme, darunter FlexPod, BlueXP, Data Infrastructure Insights, Blockspeicher der ASA A-Serie, StorageGRID-Objektspeicher und Cloud Volumes ONTAP für AWS-, Azure- und GCP-Cloud-Datenstabilität.
Der Neocloud-Spezialist CoreWeave bietet globale GPU-as-a-Service über verteilte Rechenzentren, darunter Standorte in London. Im Mai 2025 kündigte das Unternehmen einen mehrjährigen Vertrag als offizieller KI-Cloud-Partner von Aston Martin an und plant, die lokale Rechenleistung des Teams auf eine groß angelegte Cloud-Infrastruktur zu migrieren. Die Rechenzentren von CoreWeave laufen überwiegend auf VAST Data Storage sowie WEKA, DDN, IBM Spectrum Scale und Pure Storage, ohne native NetApp-Integration. Seine S3-Objektschicht nutzt LOTA-Caching, um Daten direkt auf GPU-Knoten zu platzieren.
Ein wichtiger Arbeitsaufwand für die Formel 1-Technik ist die Windkanalsimulation Computational Fluid Dynamics (CFD) zur Analyse der Fahrzeugaerodynamik. Aktuelle FIA-Regeln verbieten die GPU-Beschleunigung für Restricted CFD (RCFD)-Löserphasen. Core-Solver-Berechnungen dürfen ausschließlich auf zertifizierten homogenen CPU-Kernen ausgeführt werden, wobei alle Gleitkomma- und Ganzzahloperationen von der externen Beschleunigerauslagerung ausgeschlossen sind. Die Teams müssen ihre Hardware-Spezifikationen offiziell bei der FIA registrieren und Protokolle für Routineprüfungen einreichen.
Um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten, begrenzt die FIA die CFD-Arbeitslast durch Stundenobergrenzen für Allocation Units, die sich nach der Anzahl der CPU-Kerne, der Taktrate und der FLOPS-Leistung richten. GPUs werden erst ab dem 1. Januar 2028 für den CFD-Solver-Einsatz zugelassen, sodass CoreWeaves GPUaaS bis dahin für regulierte CFD-Arbeiten unbrauchbar bleibt.
Aston Martin veranstaltete kürzlich an seinem Stützpunkt in Silverstone ein Network Technology Forum, bei dem Partner wie CoreWeave, NetApp, Zscaler, Cohere und Arm zusammenkamen, um über technische Strategien im Motorsport zu diskutieren.
Während der Medienrunde der Veranstaltung stellte F1-CIO Fabrizio Pilotti wichtige betriebliche Fakten klar: NetApp Cloud Volumes ONTAP wird nicht aktiv eingesetzt; Die gesamte Datenverarbeitung erfolgt lokal ohne CoreWeave-Cloud-Workloads. Das Team besitzt die gesamte GPU-Hardware, während CoreWeave den Hardwarebetrieb und die Ausführung des KI-Modells überwacht.
Diese Unstimmigkeiten mit offiziellen Ankündigungen führten zu weiteren Untersuchungen zur Cloud-Bereitstellung, Workload-Platzierung und plattformübergreifenden Interoperabilität. Das Team hielt detaillierte Architekturdetails zurück, um Wettbewerbsvorteile zu wahren, und teilte nur Aktualisierungen auf hoher Ebene mit.
Es bestätigte, dass Cloud Volumes ONTAP Teil seiner 2024 verlängerten NetApp-Partnerschaft bleibt, obwohl saisonale Infrastrukturaktualisierungen ältere Konfigurationen verändert haben. Das Team stellte fest, dass sich Arbeitslasten je nach Echtzeit-Rechenbedarf dynamisch zwischen lokalen und Cloud-Ressourcen verschieben, ohne dass eine öffentliche Aufschlüsselung der einzelnen Arbeitslastplatzierungen erfolgt.
Die CoreWeave-Partnerschaft bleibt aktiv und konzentriert sich auf die Migration der On-Prem-Infrastruktur in die Cloud, um KI-beschleunigtes Engineering zu ermöglichen, während spezifische Hardware- und Workload-Details noch nicht bekannt gegeben werden. Alle stapelübergreifenden Architekturmechanismen werden aus Wettbewerbs- und Sicherheitsgründen vertraulich behandelt.
Insgesamt schreitet die Einführung der CoreWeave- und NetApp-Funktionen bei Aston Martin langsamer voran, als erste Ankündigungen vermuten ließen. GPU-beschleunigte CFD-Löser werden die FIA-Vorschriften erst 2028 erfüllen, was die vollständige Cloud-Computing-Integration für die zentralen aerodynamischen Simulationsabläufe des Teams verzögert.
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